03.04.2026
Ich habe meinen Kater zu Weihnachten 2022 aus einem Tierheim adoptiert.
Zu dieser Zeit ging es mir mental gar nicht gut und ich war regelmäßig in einer Gesprächstherapie. Da es mir nicht gut ging, habe ich die Entscheidung Verantwortung für ein Tier zu übernehmen lange überdacht und auch mit meiner Therapeutin besprochen. Sie fand, dass es eine gute Idee war und hat mich in dem Vorhaben unterstützt. Ich rief in dem Tierheim aus meinem Wohnort an und erklärte denen meine Wohnsituation, dass ich keinen Balkon oder Garten habe und dass ich nur ein Tier aufnehmen möchte. Die Person am anderen Ende war so unfreundlich und sagte barsch, dass in diese Wohnumstände kein Tier, vor allem nicht einzeln, vermittelt werde. Ich war sehr niedergeschlagen und habe das nicht verstanden. Als mich dann eine Bekannte gefragt hatte, ob ich mit ihr zum Tierheimfest in einer anderen Stadt kurz vor Weihnachten fahren möchte, habe ich zugesagt. Dort hatte ich die Möglichkeit mit einem Tierheimmitarbeiter der Katzenabteilung zu sprechen. Ich habe ihr von meinem Wunsch und der Reaktion aus dem anderen Tierheim erzählt. Sie konnte die Aussagen des anderen Tierheims nicht nachvollziehen und erklärte mir, dass immer wieder ältere Einzeltiere abgegeben werden, die reine Wohnungskatzen sind. Diese versuchen die dann auch genauso weiterzuvermitteln. Es war an dem Tag tatsächlich der Fall, dass genauso ein Tier vor wenigen Wochen in die Obhut des Tierheims gekommen ist, weil der Mensch gestorben war.
Da es vor Weihnachten war, herrschte Adoptionsstopp, um tierische Weihnachtsgeschenke zu verhindern. In meinem Fall war es kein Geschenk, sondern die Chance für ein Tier nicht mehr in einem kleinen Käfig der Quarantänestation zu sein. So durfte ich den Kater Tom am 1 Weihnachtsfeiertag 2022 als Pflegekater zu mir nehmen.
Zu dem Zeitpunkt hat man ihn auf ca. 12 Jahre geschätzt. Nun mit über 15 Jahren und nach einem Umzug in eine Wohnung mit Balkon und Zugang zu einem Garten, habe ich mich entschlossen ihn vom Tierarzt chippen, impfen und mit Floh- und Zeckenschutz zu versehen, damit er in seinem Leben auch das Gras unter seinen Pfoten spüren kann, auch wenn ich große Angst habe, dass ihm was passiert.


