15.04.2026


TOP 3 meiner schlimmsten Erlebnisse

Das Verschwinden meines Katers gehört definitiv unter die TOP 3 meiner schlimmsten Erfahrungen, die ich mit meinen 34 Jahren machen durfte.

Im letzten Beitrag vom 12.04.2026 (siehe unten) habe ich erzählt, dass er verschwunden ist. Darauf folgten die schlimmsten 74 Stunden an die ich zurzeit denken kann. Die Unsicherheit wo er ist, ob es ihm gut geht, ob er lebt oder in einer Ecke gestorben ist. Versagensängste, Angst nicht genug getan zu haben, gesucht zu haben. Verzweiflung, weil mir bereits die Kraft ausgeht. Dazu der extreme Schlafmangel, die Appetitlosigkeit und trotzdem irgendwie den Alltag zu schaffen (mehr oder weniger).

Und dann nach einer Doppelsuche in der Nacht ohne Zeichen vom Kater, war plötzlich nach dem Aufstehen die Futterstelle im Garten leer.

Mein erster Gedanke war nicht, dass es mein Kater gegessen hat sondern ein anderer oder ein Igel oder so. Ich habe also schon ein frisches Schälchen fertig gemacht und habe die Gartentür geöffnet, da rennt doch tatsächlich mein Kater rein!! Ich war so perplex, so überrascht und dann so glücklich, dass er zurück ist. Und ehrlich gesagt, dass ich nachts nicht mehr suchen muss.

Auf dem ersten Blick geht es ihm sehr gut. Er war sauber und ohne Verletzung. Aber jetzt überlege ich ernsthaft, dass er doch lieber eine reine Wohnungskatze bleiben sollte. Den Stress möchte ich nie wieder erleben.



12.04.2026



Er ist weg!

Unfassbar, vorgestern habe ich noch geschrieben, was ich für eine Helikoptermama bin und heute ist mein Kater verschwunden.

Gestern hat der Tracker so häufig sein Signal verloren wodurch der Tracker einfach nutzlos war. Also habe ich Tom davon befreit und ihm ein normales Halsband mit meiner Adresse und Telefonnummer angelegt.

Heute Früh habe ich ihn dann noch im Dunkeln rausgelassen kurz vor der Dämmerung und wollte ihn kurz nach der Dämmerung wieder reinlassen um eine Runde joggen zu gehen. Und da war er schon nicht mehr im Garten. Es war ein Kellerfenster offen zu einem anderen Haus und ich habe einen Bewohner wach geklingelt, damit er mich in den Keller lässt, (tut mir immer noch Leid) aber da war Tom auch nicht zu finden.

Jetzt ist er bereits seit knapp 6 Stunden verschwunden. Ich weiß, im Grunde ist das noch nicht lange, aber Tom war bis vor wenigen Tagen eine reine Wohnungskatze. Erst nachdem Tom einmal in den Garten ausgebüchst war, habe ich ihn chippen und impfen lassen. Danach durfte er mit dem Tracker raus. Naja und als der nicht mehr funktioniert hat, habe ich ihn ohne rausgelassen und zack ist er entschwunden.

Ich drehe ein wenig durch, nachdem ich schon mehrere Runden um den Block bin und Nachbarn Bescheid gegeben habe. Jetzt heißt es warten und am Abend erneut suchen gehen.



10.04.2026


Helikopter-Katermama

Ich gebe es zu. Ich bin eine Helikoptermama. Für meinen Kater. Ich habe so große Sorge, dass ihm etwas draußen im Garten passieren könnte bzw. er über eine kleine Mauer springt und es nicht zurück schafft oder er durch ein offenes Gartentor auf die Straße läuft.

Tom ist bereits ein Senior, er ist sehr neugierig und gegenüber Menschen nicht sonderlich scheu. Es kann also schnell passieren, dass er sich in Schwierigkeiten bringt und ich wäre nicht sofort zur Stelle um ihn zu beschützen. Ich habe lange mit mir gekämpft, ob ich ihn überhaupt rauslassen werde. Eines Nachts hat er es geschafft das Katzensicherungsnetz vom Balkon zu zerbeißen und in den Garten zu hüpfen. Anlass war ein anderer Kater.

Seither wollte er immer wieder in den Garten. Das hat er lauthals betont. Vor dieser Nacht, war Tom er ein ruhiger Kater, der nur gesprochen hat, wenn ich telefoniert oder Sprachnachrichten aufgenommen habe.

Irgendwann einige Wochen später, ging mir das Mauzen und Türkratzen so auf die Nerven, dass ich mich entschieden habe einen Termin beim Tierarzt zu machen um Tom als Freigänger vorzubereiten. Ganz Helikoptermama wurde er gechipt, geimpft und mit Floh- und Zeckenschutz ausgestattet. Da die Impfung eine zweite Impfdosis erforderte, musste Tom leider noch weitere 4 Wochen warten, bis er alleine raus durfte.

In dieser Zeit habe ich ihn begleitet im Garten und bin mit ihm zu seinem Widerwillen zu früh wieder rein und nicht oft genug raus. Als die zweite Impfung durch war, hatte ich so große Angst ihn alleine rauszulassen, dass ich ihn immer noch drin behalten habe und noch ein GPS Halsband bestellt habe. Darauf musste er dann auch noch warten. Das war zwei Tage später da und einsatzbereit. Jetzt darf er alleine raus und ich sitze drinne und starre auf das GPS Signal um immer zu wissen wo er ist. Zu meinem Glück trägt er den Sender ohne zu murren.


Kosten um ihn nach draußen zu lassen liegen aktuell so ca. bei 300 Euro plus laufende Kosten für das GPS Abo.

Während des Schreibens habe ich ca. 16 mal auf die GPS Karte geschaut.


Seid ihr auch so vorsichtig?


(Leider habe ich hier noch keine Kommentarfunktion, ihr könnt mir aber gerne eine Mail schreiben: kontakt@gedankenruder.de)


Zerklüftete, schneebedeckte Berggipfel hoben sich vor einem weichen, dunstigen Himmel in Blau- und Grautönen ab.

03.04.2026


Ich habe meinen Kater zu Weihnachten 2022 aus einem Tierheim adoptiert.

Zu dieser Zeit ging es mir mental gar nicht gut und ich war regelmäßig in einer Gesprächstherapie. Da es mir nicht gut ging, habe ich die Entscheidung Verantwortung für ein Tier zu übernehmen lange überdacht und auch mit meiner Therapeutin besprochen. Sie fand, dass es eine gute Idee war und hat mich in dem Vorhaben unterstützt. Ich rief in dem Tierheim aus meinem Wohnort an und erklärte denen meine Wohnsituation, dass ich keinen Balkon oder Garten habe und dass ich nur ein Tier aufnehmen möchte. Die Person am anderen Ende war so unfreundlich und sagte barsch, dass in diese Wohnumstände kein Tier, vor allem nicht einzeln, vermittelt werde. Ich war sehr niedergeschlagen und habe das nicht verstanden. Als mich dann eine Bekannte gefragt hatte, ob ich mit ihr zum Tierheimfest in einer anderen Stadt kurz vor Weihnachten fahren möchte, habe ich zugesagt. Dort hatte ich die Möglichkeit mit einem Tierheimmitarbeiter der Katzenabteilung zu sprechen. Ich habe ihr von meinem Wunsch und der Reaktion aus dem anderen Tierheim erzählt. Sie konnte die Aussagen des anderen Tierheims nicht nachvollziehen und erklärte mir, dass immer wieder ältere Einzeltiere abgegeben werden, die reine Wohnungskatzen sind. Diese versuchen die dann auch genauso weiterzuvermitteln. Es war an dem Tag tatsächlich der Fall, dass genauso ein Tier vor wenigen Wochen in die Obhut des Tierheims gekommen ist, weil der Mensch gestorben war. 

Da es vor Weihnachten war, herrschte Adoptionsstopp, um tierische Weihnachtsgeschenke zu verhindern. In meinem Fall war es kein Geschenk, sondern die Chance für ein Tier nicht mehr in einem kleinen Käfig der Quarantänestation zu sein.  So durfte ich den Kater Tom am 1 Weihnachtsfeiertag 2022 als Pflegekater zu mir nehmen.

Zu dem Zeitpunkt hat man ihn auf ca. 12 Jahre geschätzt. Nun mit über 15 Jahren und nach einem Umzug in eine Wohnung mit Balkon und Zugang zu einem Garten, habe ich mich entschlossen ihn vom Tierarzt chippen, impfen und mit Floh- und Zeckenschutz zu versehen, damit er in seinem Leben auch das Gras unter seinen Pfoten spüren kann, auch wenn ich große Angst habe, dass ihm was passiert.