09.04.2026
KI vs. menschlicher Kontakt (frei geschrieben ohne KI Hilfe)
Gestern ereignete sich für mich eine ganz besondere Szene, in der ich mich gefragt habe, warum Menschen so viel Frust in kauf nehmen statt mit einem echten Menschen zu sprechen.
Ich war am Nachmittag in der Bibliothek in meinem Stadtteil. Sie hat vier Räume plus den Vorraum wo die Mitarbeiter ihren festen Platz haben für Kundenanliegen. Es gibt einen Lernraum, eine Galerie, die Kinderbuchabteilung und die Erwachsenenabteilung. Durch diese Aufteilung ist alles übersichtlich und unter anderem durch den getrennten Lernraum in der Regel ruhig. Man kann entspannt stöbern und lesen. Dadurch fallen aber Gespräche umso mehr auf. Während ich gerade bei den Kochbüchern stöberte nach einem Rezept für ein Sauerteigbrot (ich habe kein passendes gefunden), hörte ich eine andere Besucherin in ihr Handy sprechen. Sie fragte nach dem Titel von Band 1 einer Buchreihe. Da sie nur schlechten Internetempfang hatte, fragte sie immer wieder und immer lauter in ihr Handy um eine Antwort zu bekommen. Nach dem dritten Fragen, war die Frau schon hörbar genervt und frustriert. Nach ein paar Standortwechseln innerhalb der Erwachsenenbuchabteilung gab sie entweder auf oder hat ihr Ergebnis erhalten. Sie hockte wieder vor dem Regal wo sie das entsprechende Buch gesucht hat, aber fand es nicht. Das alles hat vielleicht 5 Minuten gedauert, aber der Aufbau an Stress und Frust war spürbar.
Es hätte zwei, wahrscheinlich gleich schnelle, Alternativen zu KI mit schlechter Internetverbindung gegeben.
Zum einen gibt es den Bibliothekskatalog über die Bibliothekscomputer. Dort sind die Infos auch zu finden, allerdings ist das unübersichtlich und wenn man das System nicht gut kennt, kann man die gewünschte Info schnell übersehen.
Die andere Alternative, die ich in dem Fall bevorzugt hätte, wenn ich gemerkt hätte, dass meine KI mir nicht helfen kann (warum auch immer), wäre eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter. Die kennen sich sehr gut aus mit den Büchern, die vor Ort sind und mit dem System um schnell an Informationen zu kommen. Und sollte das Buch nicht an dem ausgewiesenen Platz stehen, obwohl es als verfügbar angezeigt wird, wissen die meistens wo es sonst stehen könnte (z.B. Empfehlungen oder Neuerscheinungen). Sollte das Buch in der Stadtteilbibliothek nicht vorhanden sein, hätten sie aus auf Wunsch anfordern können.
Ich probiere es oft auch erst mit einer Internetsuche oder mit KI bevor ich einen Menschen frage. Aber sobald sich in irgendeiner Weise Frust aufbaut, weil es nicht so funktioniert wie ich mir das vorgestellt habe, gehe ich doch lieber zu einem Menschen und frage nach. Meist wissen die was zu tun ist, sind sympathisch und man füllt ein wenig seine sozialen Kontaktspeicher auf.
Also, fragt euch beim nächsten Mal, ob ihr wirklich genervt von Technik wie KI sein wollt oder mit einem sympathischen Menschen sprechen wollt.
KI vs. menschlicher Kontakt (durch KI "verbesserte" Version)
Gestern erlebte ich eine bemerkenswerte Situation, die mich zum Nachdenken brachte, warum viele Menschen den Frust der Technik in Kauf nehmen, anstatt einfach mit einem echten Menschen zu sprechen.
Am Nachmittag besuchte ich die Bibliothek in meinem Stadtteil, die aus vier Räumen plus dem Vorraum für die Mitarbeiter besteht, die hier für Kundenanliegen zuständig sind. Es gibt einen Lernraum, eine Galerie, eine Kinderbuchabteilung und eine Erwachsenenabteilung. Diese Aufteilung sorgt für eine klare Übersichtlichkeit und, dank des getrennten Lernraums, in der Regel für eine ruhige Atmosphäre. Man kann entspannend stöbern und lesen. In diesem ruhigen Ambiente fallen Gespräche besonders auf. Während ich in den Kochbüchern nach einem Rezept für ein Sauerteigbrot suchte (leider ohne Erfolg), hörte ich eine andere Besucherin, die in ihr Handy sprach. Sie erkundigte sich nach dem Titel von Band 1 einer Buchreihe. Da ihr Internetempfang schlecht war, wurde sie zunehmend lauter und wiederholte ihre Fragen, um eine Antwort zu erhalten. Nach dem dritten Versuch war die Frau bereits sichtlich genervt und frustriert. Nach einigen Standortwechseln innerhalb der Erwachsenenabteilung gab sie schließlich auf oder fand die gesuchte Information. Sie saß erneut vor dem Regal, in dem sie das entsprechende Buch vermutete, konnte es jedoch nicht finden. Diese Szene dauerte vielleicht fünf Minuten, aber der ansteigende Stress und Frust waren deutlich spürbar.
Es gab zwei, vermutlich gleich effektive, Alternativen zum Einsatz von KI bei schlechtem Internetempfang.
Einerseits hätte sie den Bibliothekskatalog über die Computer der Bibliothek nutzen können. Die Informationen sind dort zwar auch verfügbar, aber unübersichtlich und wenn man das System nicht gut kennt, kann man die gesuchte Information schnell übersehen.
Andererseits wäre ich in dieser Situation lieber zu einem Mitarbeiter gegangen, sobald ich merkte, dass die KI mir nicht helfen konnte (aus welchen Gründen auch immer). Die Mitarbeiter sind in der Regel sehr gut mit den vor Ort verfügbaren Büchern vertraut und wissen, wie sie schnell an die benötigten Informationen gelangen. Sollte das Buch nicht am vorgesehenen Platz stehen, obwohl es als verfügbar angezeigt wird, wissen sie meist, wo es sich stattdessen befinden könnte (z.B. bei Empfehlungen oder Neuerscheinungen). Falls das Buch in dieser Bibliothek nicht vorhanden ist, könnten sie es zudem auf Wunsch bestellen.
Ich versuche oft zunächst, selbst mit einer Internetsuche oder KI Lösungen zu finden, bevor ich einen Menschen anspreche. Aber sobald der Frust steigt, weil nichts so klappt, wie ich es mir wünsche, ziehe ich es vor, einen Menschen um Hilfe zu bitten. Sie wissen in der Regel rat und sind dazu noch sympathisch, was dazu beiträgt, meine sozialen Kontakte zu pflegen.
Also, fragt euch beim nächsten Mal, ob ihr wirklich genervt von Technik wie KI sein wollt oder lieber mit einem sympathischen Menschen sprechen möchtet.
04.04.2026
Sich seinen Ängsten stellen bzw. Mut oder Leichtsinn
Der Duden beschreibt Mut mit folgenden Bedeutungen:
„Fähigkeit, in einer gefährlichen, riskanten Situation seine Angst zu überwinden; Furchtlosigkeit angesichts einer Situation, in der man Angst haben könnte“
„[grundsätzliche] Bereitschaft, angesichts zu erwartender Nachteile etwas zu tun, was man für richtig hält“
Nach dieser Definition ist man mutig, wenn man sich seinen Ängsten stellt. Die erste Definition geht mir persönlich zu weit und nicht weit genug. In gefährlichen oder riskanten Situationen seine Angst zu überwinden, könnte nicht von Mut kommen sondern von Leichtsinn. Auch die zweite Definition vom Duden ist mir zu eng gefasst. Man ist definitiv mutig, wenn man in riskanten, gefährlichen und mit Nachteilen behafteten Situationen etwas tut wovor man Angst hat. Es kommt dabei dennoch auf die Situation an. Auf Landstraßen ein langsameres Fahrzeug zu überholen, wenn man die Straße nicht gut einsehen kann, ist riskant, gefährlich und kann negative Nachteile wie ein schweren Unfall zur Folge haben. Ist es dann mutig zu überholen oder leichtsinnig? Ist es notwendig in diesem Beispiel mutig zu sein?
Ich finde, dass der Begriff Mut eine andere Definition braucht. Zu oft wird Mut mit Leichtsinn verwechselt. Ich finde, dass man lebensgefährliche Situationen nicht direkt mit Mut verbinden sollte. Zu oft gibt es Nachrichten von jugendlichen Mutproben, die im Tod enden.
Mut ist für mich, wenn jemand sich traut etwas zu tun wovor er/sie Angst hat bei der keine unmittelbare Lebensgefahr herrscht.
Hier einige Beispiele:
Aktiv alleine etwas unternehmen, ins Kino oder Essen gehen, eine Reise oder einen Tagesausflug machen.
Eine Frucht probieren, die man noch nie gegessen hat (wenn dagegen keine Allergie vorliegt).
Zum Grab eines geliebten Menschen zu fahren und öffentlich zu trauern.
Eine Freundschaft oder Liebesbeziehung zu beenden.
Den Job zu kündigen oder sich selbstständig zu machen.
Was fällt euch noch dazu ein? Nehmt euch einen Moment und überlegt, was für euch mutig wäre und was vielleicht doch leichtsinnig ist.